Einträge von Gerhard Völzmann

1909 in Schulzendorf – Flugversuche „mit einem langbeinigen und kurzhalsigen Riesenvogel“

Man nannte sie „Schwingenflieger“, jene Männer, die im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert Flugapparate konstruierten, mit deren Hilfe sie den Flug der Vögel nachahmen wollten. Damit wichen sie bewusst von anderen Systemen wie dem Gleitfliegen (Vorbild z. B. Wright) ab. Der ohne Zweifel bis in die heutige Zeit bekannteste „Schwingenflieger“ war Otto Lilienthal, dessen […]

Die Arbeiterkolonie Tegel im Zeitraum 1891-1897

Wer die Überschrift liest, denkt wohl an ein großes Unternehmen, das für seine Beschäftigten Wohnhäuser in der Nähe der Firma errichtet hat. Hierzu passend ein Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel vom 1.2.1899: Im neuen Borsigwerk bei Tegel herrscht ein reges Leben, da der Betrieb in fast allen Werkstätten der kolossalen Fabrikanlage nunmehr in vollem Gange ist. […]

Für 14 Pfennig Beitrag gab es die höchste Altersrente

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen etc. verordnete im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags am 22.6.1889 das „Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung“. Damit wurde am 1.1.1891 im Deutschen Reich durch Reichskanzler Otto von Bismarck die gesetzliche Rentenversicherung eingeführt. Zuvor wurde durch ihn bereits 1883 […]

Dies und das aus der Tegeler Vergangenheit

In heimatkundlichen Beiträgen wird gern über Tegeler Persönlichkeiten wie Borsig und Humboldt berichtet. Geht es um besondere Ereignisse, sind der Brand der Humboldtmühle, die Einweihung der Dorfkirche, des Hafens und der Industriebahn stets Themen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Hingegen wird wenig über unspektakuläre Zeitumstände und Geschehnisse geschrieben, die vor über 100 Jahren mehr […]

Ein zerschlagener Beerentopf und ein Brief Alexander von Humboldts

Über eine Anekdote aus den 1850er-Jahren soll an dieser Stelle berichtet werden. Sie ist nur deswegen überliefert, weil ein Zeitungsleser seine Erinnerung an Alexander von Humboldt Jahrzehnte später einer Berliner Zeitung zum Abdruck schickte. Der Name des Mannes ist nicht bekannt. Nennen wir ihn hier einfach Otto Müller. Müllers Eltern wohnten damals in der Chausseestraße […]

Besondere Bäume in Tegel

Kennen Sie „Mutter Dossen“? Ganz bestimmt! Damit ist nämlich Berlins ältester Baum, die „Dicke Marie“ gemeint. „Mutter Dossen“ war eine im 19. Jahrhundert gebrauchte, heute kaum noch bekannte volkstümliche Bezeichnung für die Eiche, die am westlichen Ufer des Tegeler Sees in Höhe der Malche nahe dem parallel zum Wasser verlaufenden Rad- und Fußweg steht. Der […]

Alexander von Humboldts kurioser Buchkauf

Die kleine Episode aus dem Leben Alexander von Humboldts (1769-1859), über die hier zu berichten ist, wurde bereits vor fast 140 Jahren mit dem Hinweis auf Informationen „von höchst glaubwürdiger Seite“ aufgeschrieben. Alexander von Humboldt wurde bekanntlich am 14.9.1769 in der Berliner Jägerstraße 22 geboren. Von 1842 bis zu seinem Tode wohnte der Freiherr, Königliche […]

MS Reinickendorf

Nachdem in den vergangenen Ausgaben des Blickpunkt Tegel die Schiffe der Stern und Kreisschiffahrt, die Feengrotte und die Berlin vorgestellt wurden, folgt nun das letzte der sechs, aktuell auf dem See eingesetzten Schiffe, die ab der Greenwichpromenade ihre Fahrt anbieten. Mit dem Schiff Reinickendorf wird auch ein sehr interessantes Schiff vorgestellt, das einmal als Schleppdampfer […]

Einst zur Winterzeit in Tegel (Teil 2)

Im 19. Jahrhundert gaben die Pächter von Kunst- und Natureisbahnen ihren Anlagen gern Namen. Sie hießen dann Russische, Sibirische, Nordische, Schwedische, Riesen-, Monstre- oder Germania-Eisbahn. Fr. Scheka und F. Pusch , in den 1880-er Jahren Pächter der Bahn von der Plötzenseer Schleuse bis Saatwinkel, Tegel, Spandau, Valentinswerder und Heiligensee, nannten sie Victoria-Eisbahn. Wurden vielleicht noch […]

Einst zur Winterzeit in Tegel (Teil 1)

Der Winter war früher in Tegel strenger. Unter dieser Überschrift berichtete im April 1936 die Nordberliner Tagespost über „Mutter Senge“. Die damals 79-Jährige wohnte im Dachgeschoss des Hauses in der Hauptstraße 8 (heute wäre dies Alt-Tegel 20), während sich im Erdgeschoss eine Sanitätswache des Roten Kreuzes befand. Witwe E. Senge hatte ihr gesamtes Leben ausschließlich […]