Der Name Waldhaus erinnert vielleicht spontan an eine im Grünen gelegene Ausflugsgaststätte. Auch in Tegel gab es über Jahrzehnte ein Waldhaus, bei dem es sich jedoch um eine Privat-Heil- und Pflegeanstalt für nerven- und gemütskranke Frauen handelte. Dieser kleine heimatkundliche Beitrag beschäftigt sich mit der Chronik der Einrichtung. Unser Rückblick führt uns in die Zeit […]

Es gibt sie noch, die Krippenspiele, die während der Gottesdienste am Heiligen Abend aufgeführt werden. Gerade Kindern wird hier die Weihnachtsgeschichte, die bekanntlich von der Geburt Jesu handelt, gut veranschaulicht. Vielleicht erinnern Sie sich ja noch an den Heiligen Abend des Vorjahres, als in der Kirche gleich der erste Gottesdienst mit einem Krippenspiel zum Mitmachen […]

Es gab einmal eine Kneipe in Tegel, die alle kannten, obwohl kaum jemand hinging. Ja, Eltern verboten ihren Heranwachsenden, erst recht den Mädchen, diese Kneipe aufzusuchen: die „Kajüte“. Die Kajüte war übel beleumdet und stand unter Beobachtung der Kripo. Warum? Hier trafen sich gewisse junge Leute gleichen Lebensstils, durchschnittlich einhundert, Mädels waren auch dabei, meist […]

In Kreisen, die Alexander von Humboldt nahe standen, kursierte Ende Januar 1859 eine eigentümliche Anekdote. Der Naturforscher und Gelehrte besaß seit Jahren einen „kohlschwarzen“ Papageien, den er vom Großvater der Prinzessin von Preußen geschenkt bekommen hatte. Von Humboldt liebte ihn sehr. Am 27.1.1859, als von Humboldt von einem Diner nach Hause kam, saß der Vogel […]

Der helle Klang seiner tiefen Stimme dringt bis zur Berliner Straße vor, man hört ihn und seine Gitarre von weitem: Elijohn singt, in der Fußgängerzone Gorkistraße, Elijohn Kariuki, 59 Jahre alt, aus Kenia. Und schon von weitem kramen Leute in ihren Portemonnaies, um Kleingeld griffbereit zu haben, wenn sie an der Quelle des Gesangs vorbeikommen. […]

Die Tegeler Reederei Paul Bauer Wenn von Schiffen die Rede ist, denkt man sofort an die großen Ozeanliner oder an große Segelschiffe. Wenn dann die Rede auf Tegel kommt, fällt einem vielleicht der MOBY DICK oder der HAVELSTERN ein. Weniger bekannt sind die vielen kleinen Reedereien, für die der Tegeler See in den Jahren zwischen […]

Das Gut »Schlößchen Tegel«, wie es seit dem 18. Jahrhundert hieß, geht wahrscheinlich auf einen schon vor 1500 nahe der Tegeler Wassermühle errichteten kleinen Wirtschaftshof zurück, der zum ritterlichen Gutshof in Heiligensee gehörte und 1544 von Kurfürst Joachim II. erworben wurde. Dieser vergab den Wirtschaftshof an seinen Sekretär Hans Bredtschneider für geleistete Dienste. Entweder bereits […]

Im November 1918 ging bekanntlich der Weltkrieg zu Ende. Der Kaiser dankte ab, Friedrich Ebert bildete eine provisorische Regierung, Wahlen zu einer verfassungsgebundenen Nationalversammlung im Januar 1919 wurden angesetzt. Für viele Bewohner Berlins und der Nachbarschaftsvororte weckte dies die Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft und auf ein persönliches Wohlergehen. Doch schnell sollte sich zeigen, dass […]

Man nannte sie „Schwingenflieger“, jene Männer, die im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert Flugapparate konstruierten, mit deren Hilfe sie den Flug der Vögel nachahmen wollten. Damit wichen sie bewusst von anderen Systemen wie dem Gleitfliegen (Vorbild z. B. Wright) ab. Der ohne Zweifel bis in die heutige Zeit bekannteste „Schwingenflieger“ war Otto Lilienthal, dessen […]

Wer die Überschrift liest, denkt wohl an ein großes Unternehmen, das für seine Beschäftigten Wohnhäuser in der Nähe der Firma errichtet hat. Hierzu passend ein Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel vom 1.2.1899: Im neuen Borsigwerk bei Tegel herrscht ein reges Leben, da der Betrieb in fast allen Werkstätten der kolossalen Fabrikanlage nunmehr in vollem Gange ist. […]

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen etc. verordnete im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags am 22.6.1889 das „Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung“. Damit wurde am 1.1.1891 im Deutschen Reich durch Reichskanzler Otto von Bismarck die gesetzliche Rentenversicherung eingeführt. Zuvor wurde durch ihn bereits 1883 […]

In heimatkundlichen Beiträgen wird gern über Tegeler Persönlichkeiten wie Borsig und Humboldt berichtet. Geht es um besondere Ereignisse, sind der Brand der Humboldtmühle, die Einweihung der Dorfkirche, des Hafens und der Industriebahn stets Themen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Hingegen wird wenig über unspektakuläre Zeitumstände und Geschehnisse geschrieben, die vor über 100 Jahren mehr […]

Über eine Anekdote aus den 1850er-Jahren soll an dieser Stelle berichtet werden. Sie ist nur deswegen überliefert, weil ein Zeitungsleser seine Erinnerung an Alexander von Humboldt Jahrzehnte später einer Berliner Zeitung zum Abdruck schickte. Der Name des Mannes ist nicht bekannt. Nennen wir ihn hier einfach Otto Müller. Müllers Eltern wohnten damals in der Chausseestraße […]

Der landeseigene Friedhof Am Fließtal in Tegel Für einen anzulegenden Friedhof Am Fließtal entwarf das renommierte Architektenduo Fehling und Gogel bereits 1968 die Feierhalle samt zugehörigen Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden. Und – gemäß den von ihnen hinterlassenen Unterlagen – auch den Plan für einen Landschaftsfriedhof: Aus dem Nachlass der Architekten im online-Archiv Fehling und Gogel des […]

Kennen Sie „Mutter Dossen“? Ganz bestimmt! Damit ist nämlich Berlins ältester Baum, die „Dicke Marie“ gemeint. „Mutter Dossen“ war eine im 19. Jahrhundert gebrauchte, heute kaum noch bekannte volkstümliche Bezeichnung für die Eiche, die am westlichen Ufer des Tegeler Sees in Höhe der Malche nahe dem parallel zum Wasser verlaufenden Rad- und Fußweg steht. Der […]

Die kleine Episode aus dem Leben Alexander von Humboldts (1769-1859), über die hier zu berichten ist, wurde bereits vor fast 140 Jahren mit dem Hinweis auf Informationen „von höchst glaubwürdiger Seite“ aufgeschrieben. Alexander von Humboldt wurde bekanntlich am 14.9.1769 in der Berliner Jägerstraße 22 geboren. Von 1842 bis zu seinem Tode wohnte der Freiherr, Königliche […]

Nachdem in den vergangenen Ausgaben des Blickpunkt Tegel die Schiffe der Stern und Kreisschiffahrt, die Feengrotte und die Berlin vorgestellt wurden, folgt nun das letzte der sechs, aktuell auf dem See eingesetzten Schiffe, die ab der Greenwichpromenade ihre Fahrt anbieten. Mit dem Schiff Reinickendorf wird auch ein sehr interessantes Schiff vorgestellt, das einmal als Schleppdampfer […]

Im 19. Jahrhundert gaben die Pächter von Kunst- und Natureisbahnen ihren Anlagen gern Namen. Sie hießen dann Russische, Sibirische, Nordische, Schwedische, Riesen-, Monstre- oder Germania-Eisbahn. Fr. Scheka und F. Pusch , in den 1880-er Jahren Pächter der Bahn von der Plötzenseer Schleuse bis Saatwinkel, Tegel, Spandau, Valentinswerder und Heiligensee, nannten sie Victoria-Eisbahn. Wurden vielleicht noch […]

Der Winter war früher in Tegel strenger. Unter dieser Überschrift berichtete im April 1936 die Nordberliner Tagespost über „Mutter Senge“. Die damals 79-Jährige wohnte im Dachgeschoss des Hauses in der Hauptstraße 8 (heute wäre dies Alt-Tegel 20), während sich im Erdgeschoss eine Sanitätswache des Roten Kreuzes befand. Witwe E. Senge hatte ihr gesamtes Leben ausschließlich […]

Von Erich Vogeler Ich habe mir eine Freundin angeschafft, denn es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich habe lange gesucht: Gott, man wird so wählerisch mit den Jahren. Was sie auch alles für Tugenden haben sollte. Die Hauptsache war aber doch die Schlankheit. Schlank, sehr schlank. Zwar warnte mich der sachverständige Mann, […]

Die Gründung eines „Ballon-Detachements“ ging auf den 1.6.1884 zurück. Der „Reichsanzeiger“ berichtete hierüber folgendes: Zur Vornahme von Versuchen mit ballons captifs1 ist die Formirung eines dem Allgemeinen Kriegs-Departement direkt unterstellten Ballon-Detachement vom 1. k. M. ab vorläufig auf die Dauer eines Jahres angeordnet worden. Dasselbe wird bestehen aus 1 Hauptmann, als Vorsteher der Versuchsstation, 1 […]

Im Juni 1881 wurde die noch von Pferden gezogene Straßenbahn nach Tegel eingeweiht. Ende Mai 1958 fuhr die letzte Straßenbahn, nun von der U-Bahn und von Autobussen ab­gelöst. Damit endete nach 77 Jahren der Straßenbahnverkehr in den Norden Berlins nach Tegel, Tegelort und Heiligensee. Von 1898 bis 1927 bestand zwischen dem Stadtinneren von Berlin in […]

Ältere Tegeler kennen ihn sicher noch, jenen merkwürdig geformten Baum, der sich einst in der Hauptstraße (heute wäre dies Alt-Tegel Höhe Hausnummer 30) befand. Die Krumme Linde, wie der Baum genannt wurde, stand unweit der Kirche, des Kaiser-Wilhelm-Denkmals und des Alten Kruges. Der Baum hatte aber noch weitere Namen; je nach Fantasie des Betrachters sahen […]

Mit einem atemberaubenden Überlandtransport vom Bodensee nach Berlin fing die Karriere der Berlin in Berlin an. Der Name Berlin scheint auf den ersten Blick nicht sehr inspiriert zu sein, beim genauen Hinschauen macht er aber doch Sinn, denn das Schiff war das größte Schiff auf dem Tegeler See. Angefangen hat es aber wesentlich kleiner. Denn […]

Während die großen Westberliner Reedereien sich heute auf die sehr lukrative Innenstadt konzentrieren, hat die Stern und Kreisschiffahrt alle ihre Fahrgebiete beibehalten, ja sogar vergrößert, denn nach 1990 kamen auch die ehemals vor dem Krieg betreuten Linien nach Potsdam und den Ostberliner Gewässern hinzu. Die meisten Schiffe setzt die Reederei zwar in der Berliner Innenstadt […]

Es ist schon eher ungewöhnlich, wenn die Inschrift auf einem Grabstein auch aussagt, welchen Beruf der Verstorbene einst ausübte. Auf dem alten Tegeler Friedhof an der Wilhelm-Blume-Allee befindet sich die letzte Ruhestätte der Familien Wistuba; auf dem Grabstein für Karl und Marie Wistuba ist u. a. zu lesen: Kgl. Bahnhofsvorsteher a.D. Die Inschrift soll ein […]

Der Berliner liebt seinen Kiez; so auch der Tegeler. Und selbst am Wannsee träumt er vom Tegeler See. Welch Glück, dass er auch dort in gewisser Wei se Tegeler Boden betreten kann. Er braucht dazu nur mit dem Motorschiff „Sperber“ der Sternund Kreisschiffahrt eine Rundfahrt zu machen. Der „Sperber“ wurde 1907 als Dampfer auf der […]

Friedrich Wilhelm August Schmidt, geb. 23.3.1764 in Fahrland, verst. 26.4.1838 in Werneuchen, besser bekannt als Schmidt von Werneuchen, besuchte in Berlin das Gymnasium zum Grauen Kloster und studierte in Halle/Saale Theologie. Anschließend war er zunächst Geistlicher am Berliner Invalidenhaus und ab 1795 Pfarrer in Werneuchen. Ab 1787 veröffentlichte Schmidt Gedichte, in denen er seine Begeisterung […]

Schulzendorf? Wann bin ich dort wohl zuletzt gewesen? Dies mag der eine oder andere Leser dieser Zeilen sich fragen. Seit dem Bau der Bundesfernstraße und der Sperrung der Ruppiner Chaussee für den Durchgangsverkehr ist es hier ruhig geworden. Auch die traditionellen Ziele von Ausflüglern, die einstigen Gaststätten „Sommerlust“ und „Lindenhof“ mit Getränkeausschank und Sitzmöglichkeiten gegenüberliegend […]

Wer sich in der Geschichte des Tegeler Gutes ein wenig auskennt, der wird bei der Erwähnung einer Plantage stets an die dortige Maulbeerbaumzucht denken. Die einstige königliche Domäne „Schlößchen und kleines Vorwerk Tegel“ ging am 23.1.1752 durch Erbpachtverschreibung an den Kammerdiener des Prinzen Ferdinand, Christian Ludwig Möhring über mit der ausdrücklichen Verpflichtung, 10.000 Maulbeerbäume anzupflanzen […]

Es wird seit einiger Zeit in dem Diensthause des Herrn Oberförsters Schulz zu Tegel ein nächtliches Gepolter ge­hört, welches Viele, wie gewöhnlich, einem Ge­spenst zuschreiben. Es kann befremden, daß in unsern Tagen über Din­ge dieser Art noch ein ernsthaftes Wort verloren wird, und noch befrem­dender muß es schei­nen, daß dergleichen ei­ner öffentlichen Erwäh­nung gewürdigt werden. […]

Vom 1.7.1830 an wurde es ruhiger in der Umgebung von Tegel. Nun war der gelegentliche Peitschenknall des Postillions hoch auf dem gelben Wagen nicht mehr zu hören. Der melodische Klang des Posthorns blieb aus, wenn die Postkutsche ein langsameres Fuhrwerk überholen wollte. Bisher verkehrte die Hamburger Fahrpost am Dienstag um 20 Uhr und am Mittwoch […]

Vor 120 Jahren trieben Not und Elend eine Frau zu einer Verzweiflungstat, die mit einer erschütternden Tragödie endete. Rückblickend war es eine glückliche Ehe, die die Lenglings führten. 1892 hatten sie gerade die neue Wohnung in Berlin N, Choriner Straße 22 bezogen. Nicht einmal kleine Wölkchen trübten das stille Glück der Familie, zu der die […]

Wie bereits in einem anderen heimatkundlichen Rückblick ausgeführt, wurde nach einer landespolizeilichen Abnahme einer neuen Pferdeeisenbahnstrecke nach Te­gel, bei der es „nichts zu erinnern“ gab, am Folgetag durch die Grosse Internationale Pferde-Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft die Verbindung nach Tegel festlich eröffnet. Nun gab es also vom 4.6.1881 an eine ohne Unterbrechung von der Weidendammer Brücke bis zum Dorf […]

Im Januar 1896 meldeten Berliner Zeitungen, dass im Entwurf für den Preußischen Staatshaushalt eine erste Rate in Höhe von 1 500 000 Mark für den Bau eines Gefängnis­ses in Tegel eingestellt wurde. Drei geplante Gefängnisbauten für je 500 Gefangene sowie eine Reservebaracke für 150 – 160 Gefangene sollten das Stadtvoigteigefängnis am Mol­kenmarkt und die Gefängnisse […]

Auf Flohmärkten, in Trödelläden und Antiquitätengeschäften wie in Antiquariaten entdeckt man gelegentlich Händler, die sich auf den Verkauf von mehr oder weniger alten Drucken spezialisiert haben. Hier warten – meist gut sortiert und bereits mit Passepartout versehene – Stahl- und Kupferstiche sowie Holzschnitte, seien es Landkarten, Stadtpläne oder Dorfszenen, Tierbilder, technische Darstellungen oder unzählige andere […]

Meine Lage ward durch die späteren Nachrichten weit schwieriger, als sie es bei meiner Abreise aus Kopenhagen war. Wir wissen jetzt die Franzosen nicht allein in Wien; wir haben auch schon Nachricht, daß Napoleon einen großen Sieg in Mähren erfochten hat. Mit diesen Zeilen begann „C. U. D. Freyherr von Eggers, Oberprocureur der Herzogthümer Schleßwig […]

„Tegel, Dorf 1 ½ Meilen von Berlin, im Niederbarnimschen Kreise, an der Landstraße nach Hamburg, mit 22 Feuerstellen und 124 Menschen. In dem hiesigen Forstreviere sind sehr viele fremde Holzarten von dem bekannten Forstrathe von Burgsdorf angelegt worden. Dabey ist ein Landhaus, das Schlößchen genannt, mit 7 Feuerstellen und 95 Menschen“. Bereits vier Jahre nach […]

Das einstige Gaswerk der Gemeinde Tegel (Gaswerk Tegel AG) ist nicht mit dem Werk Tegel der Berliner Städtischen Gaswerke AG zu verwechseln. Das erstgenannte Werk befand sich in der Gaswerkstraße 4 – 5 (heutige Ernststraße), während die Städtischen Werke unter der Anschrift Berliner Straße 48 – 60 zu erreichen waren. Doch zunächst ein Rückblick auf […]

Im Zeitraum von 1902 – 1905 entstand in Tegel beiderseits der Berliner Straße eine durch die Stadt Berlin geplante Gasanstaltsanlage, die bei ihrer Inbetriebnahme am 5.10.1905 Europas größtes und modernstes Gaswerk war. Zum Komplex gehörte an der Neheimer Straße ein Hafen, der zumindest zwei Lastkähnen á 600 t zur Entladung von Kohle sowie einem dritten […]

Vor 1881 war es umständlich, von Berlin nach Tegel zu gelangen. Die Wagen der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft endeten in Höhe der alten Chausseegeldhebestelle an der Tegeler Chaussee, der Grenze zwischen Wedding und Reinickendorf. Zwar galt es nicht mehr, anschließend durch knöcheltiefen Sand des Weges zu waten. Das hatte sich schon mit der Fertigstellung der Chaussee […]

Jagdschloss Tegel 1701

Während die Tegeler Mühle bereits 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt wurde, geht die Geschichte des Schlösschens auf die Zeit um 1558 zurück. Kurfürst Joachim II. hatte das bis zum Tegeler Fließ reichende Gut Heiligensee erworben. Auf einem hierzu gehörigen und bereits vorhandenen Vorwerk entstand das Tegeler Gut mit einem kleinen Gebäude, dem „Schlösschen“. […]

Wir blicken in eine Zeit, in der das Vereinsleben in voller Blüte stand. So gab es 1907 in Tegel allein nach den Eintragungen im Adressbuch die „Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins“, den Gesang-Verein „Eintracht“, den „Männer-Gesang-Verein Tegel“, den „Grund- und Hausbesitzer-Verein“, den „Ruder-Klub Germania“, die Stenographische Gesellschaft „Roller“, den „Männer-Turn-Verein Tegel“, den „Vaterländischen Frauen- und Jungfrauen-Verein“, […]

Der folgende heimatkundliche Rückblick schildert die Lebensgeschichten der Tegeler Familien Dühn und Schulz. Hierfür wurden insbesondere Aussagen benutzt, die Frau Erna Schulz im Jahre 1990, damals bereits 88 Jahre alt, über ihre Angehörigen gemacht hatte. Leider wurden Fragen, die sich in diesem Zusammenhang ergaben, nicht zeitnah gestellt. Sie lassen sich nach zwischenzeitlich vergangenen fast 25 […]

Im Sommer 1874 tauchte er plötzlich in Tegel auf, jener „unbegreifliche Mann mit der unerschöpflichen Kasse“, wie es eine Berliner Zeitung damals formulierte. Er mietete eine Sommerwohnung, wie es zu dieser Zeit viele Berliner für Tage oder gar Wochen taten. Doch der junge Mann  – er war gerade einmal 24 Jahre alt – fiel schnell […]

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Tegel ein bei vielen Berlinern beliebtes Ausflugsziel. Das Lexicon von Berlin und der umliegenden Gegend, 1806 von Johann Christian Gädicke als „Handbuch für Einheimische und Fremde“ herausgegeben, führt aus: Tegel, Dorf 1 ½ Meilen von Berlin, im Niederbarnimschen Kreise, an der Landstraße nach Hamburg, mit 22 Feuerstellen und […]

Ein Blick in das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts lässt die vielen Neuerungen und Veränderungen erkennen, die sich in Tegel zutrugen. Zu erwähnen sind u. a. die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr (1890), die Eröffnung der Eisenbahn nach Kremmen mit einem Bahnhof in Tegel (1893), die Erlangung der Selbstständigkeit der bisher zu Dalldorf gehörenden Kirchengemeinde (1894), […]

„Dem im Belauf Tegel des Forstreviers Tegel, am Tegelschen See neu errichteten Förster-Etablissement ist die Benennung Försterei Tegel beigelegt worden, was wir mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß dadurch in den Communal- und polizeilichen Verhältnissen des Etablissements nichts geändert wird“.             Nachzulesen ist diese am 30.3.1848 von der Königlichen Regierung zu Potsdam vorgenommene […]

Wer im Ortskern von Tegel einen Spaziergang unternimmt und dabei bewusst auf die Straßenbeleuchtung achtet, der wird schnell feststellen, dass in den Nebenstraßen zumeist Gaslaternen vorhanden sind. Sie sehen weitgehend einheitlich aus. Es sind sogenannte Gasaufsatzleuchten mit der historischen Typenbezeichnung BAMAG U 7, von denen in ganz Berlin noch 30700 vorhanden sind. Eindeutiger Blickfang sind […]

Es war eine Entscheidung mit Weitblick, als der Industrielle Franz Anton Egells am 7.5.1836 in Tegel Land kaufte, um bereits am 1.7. d. J. auf dem erworbenen Grundstück südöstlich des Tegeler Sees den Grundstein für eine Maschinenbauanstalt zu legen. Die Fabrik, vom Volksmund später Eisenhammer genannt, lag zwar unweit des in Richtung Hamburg führenden Handels-weges, […]

„Sollte man den Namen kennen?“ Vielleicht war das Ihr Gedanke beim Lesen der Überschrift. Wenn Ihnen hingegen spontan Kinderbücher mit den Titeln „Das Tanzfest auf der Wiese“ und „Knecht Ruprechts Arbeitsstube“ eingefallen sind, dann liegen Sie durchaus richtig. Florentine Gebhardt war lange Zeit als Lehrerin in Tegel tätig und verfasste zudem als Schriftstellerin viele Zeitungsartikel […]

Als am 28.12. 2009 die ersten Schneeflocken fielen  und Berlin ab 30.12. unter einer geschlossenen Schneedecke lag, ahnte wohl keiner, dass in den folgenden gut sieben Wochen ein strenger Winter mit viel Schnee und zum Teil tiefen zweistelligen Minusgraden herrschen würde. So ähnlich war auch der Winter 1896/97, als Florentine Gebhardt in den ersten Januartagen […]

Es ist nicht der verheerende Brand von 1835, es sind nicht andere große Themen, über die hier berichtet werden soll. Vielmehr sind es zumeist unspektakuläre Begebenheiten, die sich im Dorf oder in der Umgebung von Tegel zutrugen. Über sie wurde vermutlich im Alten Dorfkrug oder bei der Feldarbeit gesprochen. Auch bei den gelegentlichen Fahrten nach […]

Über viele Jahrzehnte gab es im Norden von Berlin einen Exerzier- und Schießplatz, der zwischen dem Wedding (Louisenbad) und Reinickendorf neben den Wurzelberg und Wiesenberg genannten Höhen lag (Areal Reinickendorfer-, Exercier- und Seestraße) und durch die Garde-Artillerie für ihre Übungen genutzt wurde. Ein Polygon (Vieleck) aus aufgeschütteten Sandwällen diente dem Kugelfang. Im Herbst 1773 und […]

Wer – gerade in der Vorweihnachtszeit – das geschäftige und teilweise auch hektische Treiben in den Einkaufsstraßen, den Läden und den beiden Einkaufscentern Tegels beobachtet, kann sich vermutlich nur schwer vorstellen, wie es am gleichen Ort wohl vor über über 150 Jahren aussah. Einen Eindruck vermittelt das 1855 von Dr. Heinrich Berghaus auf Veranlassung des […]

Bekanntlich lässt sich der Ortsteil Tegel in verschiedene Bereiche aufteilen. Zunächst denkt man sicher an das Zentrum oder  den Kernbereich, der insbesondere Alt-Tegel, die Berliner Straße, den Fußgängerabschnitt der Gorkistraße sowie die angrenzenden Nebenstraßen beinhaltet. Die Bezeichnungen Tegel-Nord und Schlossbezirk sind heute vielleicht nicht mehr ganz so geläufig. Es handelt sich dabei um die Villengegend […]

Der heimatkundliche Rückblick führt uns in die Sommerzeit des Jahres 1892. In Berlin hatte sich eine Gruppe von 20 Personen zu einem Ausflug in die nördliche Umgebung der Stadt verabredet. Treffpunkt war die am Bahnhof Friedrichstraße gelegene Weidendammer Brücke, um von dort mit der Pferdestraßenbahn nach Tegel zu fahren. Nun folgte eine Wanderung durch den […]

Der Berliner Verein für Luftschiffahrt wurde im Jahre 1881 gegründet, konnte mithin im Jahre 1906 sein 25-jähriges Jubiläum feiern. Vereinslokal war der „Klub der Landwirte“ in der Dessauer Str. 14. Hier trafen sich die Vereinsmitglieder an jedem letzten Montag eines Monats um 19.30 Uhr zur Sitzung. Während der Geheime Regierungsrat Professor Busley den Vorsitz führte, […]

Sie hießen Hedi, Frieda oder Käte, nannten sich aber alle Brigitte. Es waren sieben jüngere Frauen, die sich am 14.9.1932 zur Gründung eines Hand­arbeits- und Kaffeekränzchenkreises zusammenfanden. Handarbeits-Brigitten-Club „Harmonie“ nannten sie ihre Vereinigung. Obwohl keine der Damen den Vornamen Brigitte trug, führte der Clubname dazu, dass sie sich untereinander alle als Brigitte bezeichneten. Zur Unterscheidung […]

Wie doch die Zeit vergeht. Am 31.5. 2010 sind bereits 52 Jahre vergangen, seit die U-Bahn über den Kurt-Schumacher-Platz hinaus nach Tegel verlängert wurde. Lesen Sie nachfolgend einen kleinen Rückblick auf das Ereignis. Am 31.1.1912 wurde die landespolizeiliche Genehmigung zum Bau einer U-Bahn in Nordsüd-Richtung erteilt, deren Inbetriebnahme als Teilstrecke Hallesches Tor – Stettiner Bahnhof […]

Es war schon erstaunlich, wieviel Menschen – nicht nur aus Tegel – am 1.11.2008 den Weg zur Sechserbrücke und zum Hafen fanden, um sich die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Brücke und des Hafens nicht entgehen zu lassen.  Pausenlos bewegten sich auf der Brücke wieder alte Drehkreuze zur Erhebung von „Brückengeld“. Kein Besucher murrte darüber, […]